Raus aus der Komfortzone. Fleiß allein reicht nicht mehr.

„Wir machen es wie letztes Mal, das hat ja soweit ganz gut funktioniert.“ Hat es das wirklich oder reden wir hier von der Macht der Gewohnheit? Von Bequemlichkeit? Einfaches Abarbeiten. Die Frage ist: Reicht das noch für die heutige Zeit? Benötigen wir überhaupt Meetings, in denen eh nur entschieden wird, dass alles so bleibt wie gehabt?
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Die Welt ist nach wie vor im Wandel. Wir befinden uns im Übergang von der Industriegesellschaft in eine Wissensgesellschaft. Früher wurde geschuftet, viel körperliche Arbeit. Möglichst viel Manpower. Fleißige Mitarbeitende waren gefragt. Heute? Heute suchen wir uns unseren Ausgleich im Sport. Körperliche Auslastung – Fehlanzeige. Fleiß wird wertgeschätzt, doch reicht das aus? Kommen wir so in der heutigen Zeit noch voran?

Fleiß, Monotonie, Trostlosigkeit und Überforderung

Versetzen wir uns mal in folgende Lage: Du bist Mitarbeitende*r in einem mittelständischen Unternehmen und hast dort einen gut bezahlten Job. Du hast Gleitzeit, 30 Tage Urlaub, 13. Gehalt. Mit deinen Kolleg*innen verstehst du dich ebenfalls gut. Deine Aufgaben kannst du zwischenzeitlich im Schlaf erledigen, nichts Neues mehr. Beklagen kannst du dich bei den Rahmenbedingungen nicht. Oder doch? Du hast bereits Impulse gesetzt, um Prozesse zu optimieren, jedoch ohne großen Erfolg. Dein Team oder deine Vorgesetzten wollten nicht mitziehen: „Lassen wir es lieber so wies war.“

Das Ergebnis: Monotonie und Trostlosigkeit. 

„Der Idealzustand ist erreicht, wenn man jeden Tag bei bester Laune etwas überfordert ist.“ 
Fritz B. Simon

Ab dem Moment wo einem etwas mühelos von der Hand geht und zur Routine wird, wird es trostlos und uninteressant. In der Routine gefangen zu sein widerstrebt dem menschlichen Verstand, der darauf ausgerichtet ist immer wieder Neues zu erschließen und voranzukommen. Systeme und Organisationen sind zu oft darauf ausgerichtet, den Zustand zu erhalten. Das Hamsterrad verlassen, Neues ausprobieren und dabei möglicherweise auch zu scheitern, überfordert. Denn wir betreten hier Neuland, dass wir nicht vollumfänglich im Griff haben und kontrollieren können. Doch ebenso bedeutet Neuland neue Perspektiven zu haben, sich weiterzuentwickeln und mit der Zeit zu gehen. Und das wie Fritz B. Simon sagt: „bei bester Laune“.

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Innovation ist anstrengend

In einem Leben, dass mit Überraschungen und Vielfalt einhergeht, darf man nicht stehen bleiben. Es kann jedoch passieren, dass man immer das gleiche fordert. Superlativen und Optimierungen hinterherrennt. Doch ist das alles? Sollte man sich nicht immer fragen, was kommt denn noch? Wie kann ich ein Leben führen, dass mir selbst gerecht wird, ohne das zu tun, was andere tun? Ohne stehen zu bleiben? Früher hat man das Selbstverwirklichung genannt. 

„Wir sind fleißig, aber wir strengen uns nicht an.“ 
Wolf Lotter

Wir rennen von Meeting zu Meeting, machen Routinearbeiten bis zur physischen Erschöpfung. Wir sind fleißig. Geistige Anstrengung ist jedoch was völlig anderes. Sich hinzusetzen und konzentriert nachzudenken, wie man etwas besser und anders machen kann, macht Mühe und ist unangenehm. Es braucht zusätzliche Zeit. Doch diese zusätzlich investierte Zeit lohnt sich.

Eine Unternehmenskultur bremst aus

Als Führungskraft sollte man zunächst bei sich selbst anfangen und sich fragen: Was will ich wirklich? Was sind meine Bedürfnisse? 

Die Verlockung ist groß, diese Erkenntnisse zu vertreten und vermeintlich gewinnbringend in eine Unternehmenskultur zu packen. Doch was löst das aus? Wir versuchen den Mitarbeitenden vorzuschreiben, wie sie ihren Job machen müssen und stecken das Unternehmen in eine Schublade. Geistige Anstrengung und auch Mitdenken sowie Ideen einbringen wird man so nicht erreichen. Möglicherweise will man genau das eben auch nicht. Weil das würde ja wiederum Veränderung und somit Überforderung und Anstrengung bedeuten. 

„Es muss sich alles ändern, damit es anders wird.“ 
Wolf Lotter

Im heutigen Wandel muss man sich aus der Vorstellung verabschieden, dass es genügt was man hat. Man muss erkennen, dass es nicht mehr ausreicht, es zu erhalten. Die Ansprüche der Mitarbeitenden und auch der Welt haben sich bereits gänzlich geändert. Betriebsformen, Sozialformen und Organisationsformen müssen an die Ansprüche angepasst werden. Mitarbeitende müssen gehört und das Wort Selbstbestimmung groß geschrieben werden. Wenn wir die Individualität jedes einzelnen nutzen und fördern, sind wir auf dem richtigen Weg in eine Wissensgesellschaft.

Vielen Dank für die wertvollen Impulse und deine Zeit für das Interview, lieber Wolf.

Um Unterschiede, Individualität und Vielfalt geht es auch in Wolf Lotters im April neu erschienenen Buch. Heute um 17.00 Uhr findet ein spannender Austausch zwischen Dr. Oliver Haas und Wolf Lotter dazu statt. Melde dich jetzt noch an und sei kostenfrei dabei. 

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