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Was Manager von einem Piloten lernen können

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Manager und Piloten? Zwei Themenfelder, die so erstmal nicht zusammenpassen. Was wir als Manager aber trotzdem von Piloten lernen können, hat weniger etwas mit dem Handwerk, sondern mehr mit mentaler Stärke zu tun.

So gut wie jeder wurde in seinem Berufsleben bereits mit der ein oder anderen Krise konfrontiert, erst jüngst durch Corona. Aber was tun in solchen Situationen? Machtlosigkeit, Hektik, Stress und daraus meist resultierend ein schneller und unüberlegter Aktivismus, sind sicher nicht die richtigen Handlungen, die einem aus der Krise verhelfen. Martin Stork hat in einem Interview einen prägenden Satz aus der Pilotensprache erwähnt: „It doesn´t matter who´s right, but what´s right.“

Starten wir mit einem Gedankenspiel: Du bist Co-Pilot eines Flugzeugs. Heute soll es von München nach Faro gehen. Die Passagiere sind bereits zugestiegen und ihr steht auf der Landebahn, bereit jeden Moment zu starten. Ihr habt euch vergewissert, dass beim jeweils anderen alles in Ordnung ist und schon gibt es die Starterlaubnis vom Tower. Es kann losgehen. Die Triebwerke beschleunigen das Flugzeug, nochmal ein kurzer Check und der Pilot drückt das Flugzeug nach oben. In dem Moment fällt ein Triebwerk aus, man hört einen deutlichen Knall. Und jetzt? Ganz einfach, denkst du gerade. Wir sind ja offensichtlich noch über dem Flughafen, kein Problem einfach wieder zu landen. Aber so einfach ist das nicht, da ab einem gewissen Punkt, die Start-/Landebahn nicht mehr ausreicht um das Flugzeug zum Stillstand zu bringen. Das Leben von 300 Passagieren liegt in euren Händen und euer eigenes selbstverständlich auch. Wie würdest du reagieren? Hektisch auf den Piloten einreden, ihm das Problem aufgeregt schildern? Oder bist du jemand, der auch in Stresssituationen, die Ruhe selbst ist?

Piloten sind darauf trainiert, auch im Ernstfall, mit Emotionen umzugehen. Wie sieht das Antrainierte in der Realität aus? Im Cockpit herrscht völlige Stille. Der Pilot kommt seiner Aufgabe nach das Flugzeug auf Flughöhe zu bringen, der Co-Pilot hingegen geht in Gedanken das Gelernte durch und lokalisiert das Problem. Erst mit Erreichen der Flughöhe werden beide aktiv, jeweils mit gegenseitiger Signalisierung, dass das Gesagte verstanden wurde und so auch bestätigt werden kann. Gemeinsam stellen die beiden eine Diagnose, gehen ihre Optionen durch und treffen schlussendlich eine Entscheidung. Hierbei ist es nicht wichtig wer meint, richtig zu liegen, sondern was richtig ist und das in Anbetracht der Sicherheit aller Passagiere. „It doesn´t matter who´s right, but what´s right.”

Aus extremen Beispielen kann man viel lernen

Was hat das jetzt mit einer Führungskraft zu tun? Im Bereich des reinen Managements hat jeder Abläufe und Prozesse für Krisen. Aber wenn man in so eine Krise kommt, gibt es keine Routinen. Weder im Management, noch bei den Mitarbeitern selbst. Wir erleben Stress, Panik, Hektik, Überforderung. Man kann nicht mehr priorisieren und versucht schnellstmöglich die Krise von sich zu schieben. Meist ohne Sinn und Struktur. Und dabei geht es nicht mal um Leben und Tod, wie im Extrembeispiel aus dem Cockpit.

Die Schritte in Krisensituationen, die Piloten bereits von Beginn der Ausbildung antrainiert werden, können wir gut ins Management adaptieren. Quasi als „Krisen-Bewältigungs-Strategie“. Wenn wir es schaffen dies vorab jeglicher Krise, in unseren Arbeitsalltag zu integrieren, stehen unsere Chancen gut lediglich mit einem blauen Auge davon zu kommen.

  • Closed loop (geschlossener Kreislauf) – Mitarbeiter hören oft nicht richtig zu oder man spricht einfach eine andere Sprache. Dies kann man umgehen, indem man Bestätigung für das Gesagte einholt, zB. mit einem „verstanden“ oder durch die Einforderung zur Wiederholung der eigenen Worte. Man selbst sollte dies ebenso vorleben.
  • Ruhe bewahren und Diagnose stellen– Es bringt nichts, wenn plötzlich alle hektisch durch die Gegend laufen und versuchen an verschiedenen Enden das Problem zu lösen. Vielmehr sollte man sich an einen Tisch setzen und in Ruhe die Diagnose stellen: Was ist das Problem und welche Auswirkungen hat es?
  • Klare Rollenverteilung – Jeder sollte sich seiner Aufgabe bewusst sein. Manager neigen in Krisensituationen gerne dazu das untergehende Boot komplett an sich zu reißen, alles selbst lösen zu wollen. Dies führt jedoch zu Überlastung und hilft nicht im Geringsten.
  • Optionen eruieren – Was sind mögliche Risiken und was die Nutzen der angedachten Optionen? Abgesehen von Fakten, darf aber auch das berühmt berüchtigte Bauchgefühl zu Wort kommen. Stimmt beides überein?
  • Entscheidung treffen – Der Punkt auf den man im Endeffekt, vor allem in Krisensituationen, am wenigsten Lust hast. Deshalb sollte in die Entscheidungsfindung in jedem Fall mit einfließen, ob die Entscheidung irreversibel ist oder ob man die Option ausprobieren könnte, ohne größeren Schaden davon zu tragen. If YES, just do it!
  • Aufgabenverteilung – Wer hat was zu tun und in welchem Zeitrahmen? Eine klare Struktur und Aufgabenverteilung hilft den Mitarbeitern in Krisensituationen nicht den Faden zu verlieren, das Gefühl zu haben in der Luft zu schweben.

Versuche am besten gleich die Steps in deinem Unternehmen oder Team zu integrieren und zu leben, denn die nächste Krise kommt bestimmt.

Auf gutes Gelingen!

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Carolin Felber

Carolin Felber

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